Willi's Erfahrungsbericht

Mein Rückblick

Was war das für ein Leben voller Schein, Angst, Lüge, Kriminalität, Wut und Trauer. Es war nur noch mit Ersatzhandlungen und Flucht in die Sucht zu meistern. Selten passte meine Welt auf die mich umgebende "Realität". Aus dieser Einsamkeit half zeitweise der Rausch, die Tagträume und massloses arbeiten. Die Geldschulden drückten - die Gläubiger folgten mir auf den Fersen. Kaum verwurzelt liess ich wohlwollende Menschen, Frau, Kinder, die Arbeit stehen und floh. Die folgenden Schuldgefühle ersäufte ich im Rausch.

Durch diese ganze Zeit besuchte ich ambulante und stationäre Suchttherapien. Darin überwand ich manchmal mein Misstrauen, meine Sprechangst; gewann Mitwisser und den zuverlässigen Gefährten Peter Ryser. Doch änderte sich grundlegend wenig am verändern meiner Änderungen die zudem noch einen Haufen Geld kosteten. Endlich habe ich genug und hörte weitab von jeder professionellen Hilfe, ganz einfach, mit dem Saufen auf. 

In meinem Leben fehlte etwas ganz wichtiges. Es war so nah und doch unerreichbar - zum Verrücktwerden.

Über die "Autobiographie eines Yogi" zog es mich immer stärker zum Kriya-Yoga. Auf einem abenteuerlichen, raffiniert geführten Weg, kam ich 1 1/2 Jahre später wieder bei Nuscha in Roveredo an. Schritt für Schritt beginnt die Zeit, wo es nichts mehr mutwillig zu verändern gibt. Hier kann ich lernen mich der Führung anzuvertrauen. Wenn ich's nicht selbst verhindere, klappt es auch.

Zögernd zunächst, wachse ich in die Gemeinschaft und erkenne immer wieder, wie wichtig ihr Schutz - das Zuhause ist. Dieses Zuhause, das den Tod und die Zeit danach miteinschliesst.

Über eine Festanstellung kann ich dringende Schulden zurückzahlen und werde sesshaft. Meine Eltern nehmen nach ca. 20jähriger Trennung, den ersten und beständigen Kontakt auf.

Eine rätselhafte schöne Kraft wächst in mir und trägt. Der Alltag wird dicht, gluschtig und farbig. Die Krisen sind tief, heftig und kürzer. Manchmal erwache ich schockartig aus Zweifeln. Freunde begleiten mich und ich sie. Projektionen, Irrtümer klären sich am einfachsten im Kreis. Das Vertrauen wächst. Diese Anziehung, dieser Frieden und darauf: Rückschläge die einen Sinn machen und gar keine sind. Ich erlebe eine wunderbare Heilung. Jede folgende Zeremonie, jedes Ritual ist tiefer, und sie wirken weit in den Alltag hinaus. Alles bekommt einen Sinn und wird lebendig. Manchmal ahne ich die Kraft der Elemente. Im Stein brennt das Feuer, Tiere überbringen Botschaften, die Wirkung der Mantras manifestiert sich im Alltag. Unsere Arbeit im Centro Cristallo gestaltet sich wie von selbst: Es fügt im Unsichtbaren. Der Kristall, die Pflanzen, das unscheinbare Stück Holz, Steine, magische Gegenstände. Eine immer neue Welt. Sie ist verschwenderisch voll, farbig, dicht und doch endlos weit. Farben die es nicht gibt, Klänge die ich nur aus unserer Arbeit kenne, Düfte die sich erinnern. Zeichen: Geheimnisvoll, aber seit eh vertraut.

Dieser Weg ist ein Zeugnis unserer Arbeit im Centro Cristallo und der einfachen, liebevollen Begleitung der Schamanin Nuscha, sowie ihres Ehemannes Kurt.

Mit Hilfe der Kraft wird es mir Schritt für Schritt möglich, das echte schamanische Naturverständnis und seine Auswirkungen ins ganze Leben, meinen Mitmenschen näher zu bringen. Niemand braucht ein Engel zu sein, um sich der Anziehung des Kriya-Yoga hinzugeben. Etwas Überwindung genügt den eigenen, unseren Frieden aufrechtzuerhalten.

Rückblickend staune ich über unsere Führung, die mich über "meinen Lebenswandel" auf die Schwelle stellte, wo ich nur noch die Wahl hatte, mich für's Leben zu entscheiden.

Härzliche Dank

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