Einführung

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Ich denke, um die künstlerische Arbeit von Nuschka Lanz verstehen zu können, ist es hilfreich, von der Arbeitsweise und Weltsicht von Joseph Beuys auszugehen und die zwei einander verwandten Weltbilder miteinander zu vergleichen.  Joseph Beuys ist, bzw. war Schamane, Nuschka Lanz ist Schamanin. Schamanen sind im Grunde Lehrer, ihr Arbeitsmaterial ist der Mensch, ihre Grundlage die spirituelle Wirklichkeit. Weibliches Schamanentum ist von der spirituellen Wirklichkeit nicht zu trennen. Als bildende Künstler bedienen sie sich materieller Formen, da Geistiges, Ideelles, Humanes, Seelisches, Erkennendes oder das Denken allgemein sich der Körperlichkeit bedient, um sich auszudrücken. Ihre Arbeiten sind nie symbolisch gemeint. Es sind Formen, Grössen, Materialien, die den Energiezusammenhang unmittelbar darstellen. Die Arbeiten sind im zeitlichen und örtlichen Zusammenhang zu verstehen, in dem sie entstanden sind. Diese Arbeiten gehen kaum von einer Idee oder einem Konzept oder einer künstlerischen Strategie aus, sondern sind Reaktionen auf bestimmte Umstände oder Situationen, und im Zusammenhang mit diesen zu verstehen.  In dem spirituellen Weltbild von Joseph Beuys und von Nuschka Lanz vollzieht sich die Entwicklung der Geschichte  über die Entwicklung des menschlichen Bewusstseins, das seinerseits dann die irdischen, bzw. gesellschaftlichen Verhältnisse schafft. Ziel ihrer Kunst ist die Arbeit an diesem Bewusstsein, Beuys nannte dies „die soziale Plastik“. Ihr Hauptanliegen ist es, Kreativität, soziales Verhalten und Liebe im Menschen freizusetzen. Dazu benutzt Nuschka Lanz verschiedene Mittel, die sich teilweise von denen von Joseph Beuys stark unterscheiden. Eines der wichtigsten sind die Zeremonien, als Beispiel der heilige Steinkreis aus dem zigeunerischen  und nordindianischen Kulturkreis, der in früheren Zeiten auch in unseren Breitengraden bekannt war. Diese Zeremonien entsprechen traditionellen Überlieferungen.   Ein weiteres wichtiges Mittel ist die Musik. Die Musik kann mehrere Stunden dauern, so dass der Zuhörer, der meistens mit involviert ist, d.h. mitspielt oder tanzt, dass dieser „Zuhörer“ auf  innere Reisen gehen kann.  Ein weiteres Mittel sind die Zeichnungen, in denen sie in wissenschaftlicher Genauigkeit versucht, die Ereignisse eines  bestimmten Zeit- und Themenraumes  zueinander in Beziehung zu setzen, um Zusammenhänge besser sehen zu können. Hinzu kommen die Tonfiguren, Wesen mit einem menschlichen Körper in meditativer Haltung und einem tierischen Kopf. Nuschka Lanz nennt sie Kachinas, Traumhüter. Einen weiteren Themenkreis bilden die Wurzeln. In stundenlanger Arbeit werden die weicheren Schichten des Holzes entfernt, bis  nur der „harte  Kern“ bleibt.  Und nicht zu vergessen sind die Geschichten, die bisher in mündlicher Form weitergegeben werden.   November 2001, Andrea Wolfensberger                    Für Auskünfte zur Künstlerin oder zu ihrem Werk stehen wir Dir gerne zur Verfügung. Benutze dazu bitte unser Feedback-Formular
Zur künstlerischen Arbeit von Nuscha Lanz „Glauben sie immer noch, dass die Wahrheit nur erfasst, nicht erzeugt wird“?                                                                                                                             Joseph Beuys
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